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THEMA: Digitale Irrwelten - unsere Zukunft?

Digitale Irrwelten - unsere Zukunft? 31 Jul 2019 17:05 #1

Selten, aber doch kommt es vor, dass ein Leser, eine Leserin unserer Webseite im Schaufenster einen Artikel entdeckt, der Aufmerksamkeit und Beachtung findet und ein spontanes Echo über die angegebene Mailadresse zum "Schaufensterdekorateur" und Redaktor des Bereiches auslöst.

So schrieb Lukas Vogelsang in seinem Editorial des Kulturmagazins "ensuite" am 13. 03. 2019 mit dem Titel "Digitale Irrwelten" kritische Worte gegen die neuen Kommunikationsmittel und ihr Hintermänner.

"Das Mantra der Digitalisierung ist zurzeit allgegenwärtig. Wir bauen unsere Zukunft auf eine virtuelle Struktur, deren Funktionalität oder Lebensqualität wir noch gar nicht kennen. Es ist vergleichbar mit der Idee, mit einer Rakete auf dem Mars zu landen und dort eine neue Welt aufzubauen.

Uns fehlen eigentlich gänzlich die Erfahrungen und das Know-how, wie der Mensch sich in diesem Umfeld verhalten und entwickeln wird. Im Gegensatz zur Industrialisierung geht es uns aber nicht um eine Produktivitätssteigerung, sondern um die Einsparung des Menschen. Die Digitalisierung ist zum neuen Goldenen Kalb geworden – auf dem Sockel des Kapitalismus. Und blind versuchen wir ein Fest zu inszenieren, Stimmung zu machen, zu tanzen und fröhlich zu sein. . . . ."

Siehe www.seniorbern....schaufenster/content/2335


In diesen Tagen meldete sich Katrin G. aus Bern bei mir und schrieb ihre Gedanken zu diesem Thema. Ich darf sie hier an die Leserinnen und Leser weitergeben: Als Anregung für eigene Überlegungen und natürlich auch als Einladung, diese hier unter dieses Thema beizutragen. (Bitte registriert und angemeldet - kostenlos!).

"Der Artikel von Lukas Vogelsang ist bedenkenswert und es gehörte ihm,
ihn einem grösseren Publikum zum Lesen zu geben.

Warum mache ich selber mit? Ich denke mir immer, dass sie nur erst meinen kleinen Finger hätten, und realisiere nicht, dass ich eigentlich schon mit Haut und Haar darin stecke. Ich whatsappe, google und mache meine Einzahlungen im Internet. Bedenkenswert wäre auch zu überlegen, ob nicht dereinst oder in näherer Zeit das ganze Gebäude zusammenkracht, es
braucht nur den Absturz eines wichtigen Satelliten oder ein Feuersturm auf der Sonne und weiss ich sonst was ÄHNLICHES. Und was machen dann wir Alten und Weisen, wofür wir uns doch alle halten? Es gehörten vielleicht doch auch mahnende Stimmen aus dem Kreis derer, die eigentlich um das Gefährliche der neuen Medien und Roboter wüssten.
Wie wäre es, mal in einem kleineren Kreis der Nutzer des Seniorweb zu diskutieren?
Lieber Gruss
Katrin G."


Das Thema steht im Forum Gesundheit - Leben, weil es nicht um die Technik der digitalen Kommunikation geht, sondern um deren Hintergründe und Auswirkungen auf uns Menschen, unser Denken und Handeln, unsere Abhängigkeiten, Gewohnheiten, Sehnsüchte und Gefährdungen. Aber ich will nicht vorgreifen und lade gerne ein, hier zu diskutieren und/oder vielleicht sogar solche spontanen Gespräche zu initiieren.
Bin gespannt.
WillY

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Letzte Änderung: von jipégé.

Digitale Irrwelten - unsere Zukunft? 31 Jul 2019 23:58 #2

Ja, wie machen wir es, wenn einmal alles zusammenkracht? Wenn die Cloud explodiert? Wenn tagelang der Strom ausfällt? Wenn, wenn, wenn, wenn ...
Für unsere Zeit sind diese Fragen relevant, so, wie in früheren Zeiten andere Fragen relevant waren, welche die Existenz ganzer Regionen betrafen.
Wessen Lebensinhalt von den Daten und Möglichkeiten der digitalen Welt abhängt, wird wohl verzweifeln. Wer aber die digitalen Möglichkeiten bei sich einsetzt als Instrumente, die ihm das aktuelle Dasein erleichtern oder ihn faszinieren, der wird bei deren Ausfall Alternativen finden.
Der Vergleich mit der Utopie, von unserer Erde aus auf dem Mars eine neue Welt aufzubauen, scheint mir doch sehr, sehr fantasievoll.
Eines ist mir aber klar: wenn die digitalen Kommunikationen einmal grossflächig und längere Zeit gestört oder gekappt würden, werden sich Viele Gedanken über Sinn und Wert der Globalisierung machen.
Es ist aber auch klar, dass wegen dieser ganzen Thematik heute viele geistige Energien und Kapazitäten aufgewendet werden, um über die Beeinflussung dieser digitalen Welt an Macht zu gelangen und sei es mit Gewalt und Kriminalität.

Und zu später Stunde noch der Gedankensprung zur aktuellen Machtverbreitung religiösen Fanatismus', mit digitalen Mitteln, wie wir das aus der Geschichte der römisch-katholischen Inquisition im Hochmittelalter kennen.
Es sind aber nicht die digitalen Instrumente, welche gefährlich sind. es sind eh und je die Menschen, welche sie einsetzen.

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Letzte Änderung: von Andreas.

Digitale Irrwelten - unsere Zukunft? 02 Aug 2019 10:45 #3

Ich sehe das auch so: es ist der Mensch, der ins Chaos abrutscht. Das ist auf allen Ebenen zu beobachten. Wohin es führt, das darf eigentlich gar nicht zu Ende gedacht werden.
Mir wird oft richtig bang, wenn ich sehe, wie es nicht mehr aufzuhalten ist. Alles verselbständigt sich. Es geht immer weiter... bis es nicht mehr ist.
Lieben Gruss in eine ungewisse Zukunft, Agathe



Abendrot in Romanshorn

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Digitale Irrwelten - unsere Zukunft? 02 Aug 2019 22:21 #4

Danke, liebe Agathe, für deine Gedanken und deinen fotografischen Beitrag.
"Abendrot - Schönwetterbot" heisst die alte Bauernregel. Das bedeutet mir eine gewisse Zuversicht auf morgen. Zu Ende denken ist uns ja eigentlich nicht möglich, ämel nicht im grossen Stil. Wir können nur für uns das Ende ahnen; wir nähern uns ja jeden Tag unserem Abschied. Was die Menschen aus der Entwicklung machen, ist heute nicht abzuschätzen. Das konnte man bei jedem sog. Fort-Schritt nicht, bei der Industrialisierung, bei der Erfindung des Rades, des Feuers so wenig wie heute bei der Technik und Globalisierung nicht. Ich tröste mich damit, dass ich darauf vertraue, dass der Mensch genug Hirn und hoffentlich auch genug Geist hat, um sein Leben zu erhalten - wenn auch nicht unbeschränkt zu verlängern. Es geht weiter, aber halt auf anderen Wegen und sozusagen auf höheren Stufen als wir noch gewohnt sind. Ob die Stufen allerdings qualitativ höher und Wege nicht zu Sackgassen und Irrwegen führen, sei eine andere Frage, gell. Es kann auch gehörig bergab gehen, bis man es merkt und Gegensteuer geben kann.
Deinem Vorbild entsprechend, stelle ich hier auch ein Symbolbild zum Beitrag.
Liebe Grüsse
WillY

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Digitale Irrwelten - unsere Zukunft? 03 Aug 2019 10:27 #5

Lieber WillY
du weisst natürlich, dass mir dieses schöne Bild gefällt!
Es ist sicher so, dass es keinen Sinn ergibt, nur pessimistisch auf die Geschehnisse der Welt zu schauen. Doch es wichtig, sie nicht einfach zu ignorieren. Sie sind da und können nicht mehr aufgehalten werden. Was dann ist, wenn diese Wellen uns überrollt haben, wissen wir, Gott sei Dank, nicht.
Ich habe kein grosses Vertrauen in die Menschheit. Ich meine fast zu sehen, dass sie daran ist, sich selbst zu zerstören. Die Erde wird es überleben... und wir?
Liebe Grüsse und ein schönes Wochenende wünscht dir
Agathe


auch wieder ein Symbolbild

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Letzte Änderung: von Agathe.

Digitale Irrwelten - unsere Zukunft? 07 Aug 2019 19:05 #6

Liebe Agathe, lieber WillY, Eure Gadanken sprechen mir aus dem Herzen. Ich habe "leider?" . Diese neue Lebensart mit Smartphon und Co, da habe ich den Anschluss verpasst, obwohl ich lange Jahre mit dem Digitalen leben musste und nun bin ich richtig abgehängt worden. Ist denn dass unser Ziel, nicht mehr dazu zugehören? Mein Leben geht jetzt bald zu Ende und ich bin am Boden zerstört. Und niemand darf sagen: selber schuld So versinke ich in Depression und Traurigkeit. Ich hoffe es geht nicht allen so, welche von dieser Rolle überrollt wurden.
Es grüsst alle, welche mich kennenlernen durften und mich von einer anderen Seite der Berlinerin mit der "Grossen Schnauze" kennen lernten. Ciao Monika

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Letzte Änderung: von schmoka.

Digitale Irrwelten - unsere Zukunft? 07 Aug 2019 20:25 #7

Liebe Monika
deine Antwort hat mich betroffen gemacht. Und ich fragte mich, ob denn die Lebensqualität daran gebunden ist, dass wir uns in der digitalten Welt noch (einigermassen) zurechtfinden. Ich meine NEIN. Wenn wir nicht mit Smartphon und Computer beschäftigt sind, haben wir freie Zeit, die wir für Dinge einsetzen können, die uns auch Freude machen.
Sollte es dir aber wichtig sein, gibt es doch bestimmt auch in deiner Nähe entsprechende Hilfe. Nimm sie in Anspruch. Es gibt, meine ich, keinen Grund, deswegen am Boden zerstört zu sein.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft, dass du das findest, was dir im Leben wichtig ist.
Lieben Gruss, Agathe


Die Sonne scheint durch die dunklen Wolken. Für dich.

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Digitale Irrwelten - unsere Zukunft? 10 Aug 2019 13:47 #8

Hallo Agathe
Ich bin eigentlich nicht der Typ, der sich so schnell unterkriegen lässt, nun ist mein angeborener Optimismus blitzartig verflogen.
Seit meinem Velounfall vor sieben Jahren haben sich meine Muskeln lahm gelegt. Diese habe ich erfolglos mit Physio versucht aufzubauen.
Dadurch bin ich wohl in eine tiefe Depression gerutscht aus der ich sehr schwer heraus finde. Auch die ärztlichen Diagnosen waren sehr widersprüchlich, schwer nachzuvoll ziehen. Die erst erhielt ich nach einen Sturz mit 1000derlei Diagnosen. Nicht mal der Neurologe konnte eine schlüssige Diagnose stellen. Auch die Neurologen im Spital St. Gallen wussten nicht weiter. Kannst Du Dir vorstellen wie man sich dann fühlt?
Ich danke Dir für Dein Verständnis, irgend wann werde ich wohl auch aus dieser Sinnkrise heraus schaffen.
Gruss Monika

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Digitale Irrwelten - unsere Zukunft? 10 Aug 2019 14:43 #9

Liebe Monika, wir befinden uns hier in der "Diskussion Digitale Irrwelten, unsere Zukunft".

Ich danke Dir, dass Du diesen Titel, wohl aus Deiner doch schon seit längerem aktuellen Situation heraus, ins richtige Licht gerückt hast.
Es sind doch Deine physisch bedingten seelischen Verhältnisse, welche Deine Zukunft verdüstern.
Die digitalen Irrwelten mögen Dich bitte nicht mehr belasten. Auch wenn Du abgehängt bist, wie Du schreibst, kannst Du Dich immerhin trösten damit, dass Du Dich nicht noch durch Internet-Halbwissen zusätzlich unter Druck setzen musst. Immerhin kannst Du noch auf diesem Weg kommunizieren mit Menschen, die Deine Fragen ernst nehmen und mit Dir ins Gespräch kommen.
Ich darf Dir als Beispiel mein Söpheli erwähnen. Meine Monika, die Malerin, Du erinnerst Dich, hat seit drei Jahren eine schlimme unheilbare Augenkrankheit. Der baldige Verlust des Sehens auf einem Auge und dem halbwegs korrigierten andern Auge brachte es auch, nebst dem Aufgeben zu malen, zu Depressionen.
Als konsequente Verweigerin der digitalen Welt, kann sich Monika einigermassen zurecht finden im Kreise der realen Mitmenschen.
Ich wünsche Dir Hoffnungsschimmer auf Besserung.
Mit besten Grüssen an den oberen Zürichsee vom Thunersee.

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Digitale Irrwelten - unsere Zukunft? 10 Aug 2019 17:24 #10

Lieber Andreas
Ich danke Dir für Dein Statement und Dein Mitgefühl. Ich habe es noch mit erlebt und Deinen Einsatz bei Monika's Ausstellungen sehr geschätzt und auch bewundert. Monika's Geschichten sind mir immer noch in bester Erinnerung, sie fehlen heute in dieser Welt. Zum Glück bin ich dennoch nicht abhängig, doch wird man jelänger von diesem Medium ab hängig und diese Abhängigkeit macht uns krank.
Ich wünsche Dir und meiner Namensschwester ein schönes sonniges Wochenende und grüsse Euch herzlich
Monika

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