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THEMA: Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung

Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung 16 Jan 2018 15:13 #1

  • jipégé
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Laut einer neuen Umfrage im Auftrag der Pro Senectute haben
• nur 22% der Erwachsenen eine Patientenverfügung und
• nur 12% einen Vorsorgeauftrag ausgefüllt.
Bei den Personen im Alter von 65+ sieht’s logischerweise etwas besser aus :
• 47% haben eine Patientenverfügung, aber doch
• nur 21% einen Vorsorgeauftrag.

Wer sich einmal nach dem Tod einer nahestehenden Person um die Formalitäten und Abwicklungen kümmern musste und keine entsprechenden Vorbereitungen der verstorbenen Person antraf, der weiss, welche riesige Arbeit dies bedeutet.
Beruht dieses Ignorieren derartiger Vorbereitungen auf Nicht-Wissen oder Verdrängen oder naives Auf-Später-Verschieben?

Kurz zur Definition der Begriffe
  • Mit dem Vorsorgeauftrag lege ich selbst fest, wer im Fall einer unfall- oder krankheitsbedingten Urteilsunfähigkeit im Alltag für mich sorgt, meine Finanzen regelt und mich in rechtlichen Angelegenheiten vertritt. Drei Bereiche werden im Vorsorgeauftrag geregelt, die Personensorge, die Vermögenssorge und die Vertretung im Rechtsbereich.
    Der Vorsorgeauftrag muss wie das Testament handschriftlich erstellt, datiert und unterschrieben sein.
  • Mit der Patientenverfügung bestimme ich, wie ich medizinisch behandelt und gepflegt werden will und welche Behandlung ich ablehne, wenn ich unfall- oder krankheitsbedingt nicht mehr urteilsfähig bin oder mich nicht äussern kann.
    Die Patientenverfügung muss nicht handschriftlich erstellt, muss aber datiert und unterschrieben sein.
Die Annahme, dass bei Ehepaaren dies sowieso per Gesetz festgelegt ist, ist falsch. Der Ehepartner muss sowohl im Vorsorgeauftrag wie in der Patientenverfügung explizit als Vertrauensperson aufgeführt sein. Ohne Vorsorgeauftrag muss die Erwachsenenschutzbehörde eine Person bestimmen, einen Beistand einsetzen, welcher sich um die drei obengenannten Bereiche kümmert.

Grundlagen, Informationen und Anleitungen mit Vorlagen zu diesem Thema gibt’s zuhauf – hier einige Beispiele
Patientenverfügung
www.prosenectut.../testament-erbschaft.html
www.exit.ch/pat...rfuegung/was-ist-eine-pv/
www.dialog-ethi...atientenverfuegung_start/
www.ch.ch/de/patientenverfugung/
patientenverfuegung.redcross.ch/

Vorsorgeauftrag
www.prosenectut...orge/vorsorgeauftrag.html
vorsorgeauftrag-vorlage.ch/
www.credit-suis...zplanung/erbschaft-de.pdf
www.kesb-zh.ch/vorsorgeauftrag

Auch wenn es Werbung ist, kann ich ruhigen Gewissens eine Empfehlung für ein umfassendes und sehr verständlich geschriebenes Buch abgeben, dass alle Fragen zu diesem Thema beantwortet.
Es handelt sich um das Beobachter-Buch „Ich bestimme – mein komplettes Vorsorgedossier“
shop.beobachter...omplettes-vorsorgedossier


Jean-Pierre Guenter

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Jean-Pierre Guenter
Letzte Änderung: von jipégé.

Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung 16 Jan 2018 15:40 #2

Was Jean-Pierre hier beschrieben hat, sollte, in unserem Verständnis ( ich spreche für Söpheli und mich) eine Selbstverständlichkeit sein. Allerdings ist es schon so, dass viele in unserem Bekanntenkreis die Gedanken ans eigene Ableben und an den Verlust der eigenen Selbstbestimmungsfähigkeit nicht denken wollen und darum auch die entsprechende Vorsorge verdrängen. Dabei gehört doch der Tod zum Leben, wie das Essen.
Ergänzend füge ich noch bei, dass unsere Hausärztin froh war, von uns die Patientenverfügung und die Vorsorgeanordnungen erhalten zu haben.
Darüber hinaus haben wir auch noch beim Friedhofamt alles abgesprochen und hinterlegt. Wir wissen jetzt, wo einst unsere Asche vergraben wird. Dies haben wir besonders darum gemacht, weil wir zu oft beobachtet haben, wie Gräber von den Nachkommen vernachlässigt werden.

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Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung 16 Jan 2018 15:54 #3

  • jipégé
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  • Beiträge: 4836
Ja, Andreas, dies kann in einem weiteren Dokument "Anordnungen für den Todesfall" bestimmt werden.
Darin kann auch eine Organentnahme bewilligt, eingeschränkt oder verweigert werden. Dazu kommt noch, sofern gewollt, die Festlegung des gesamten Ablaufs der Abdankung und der Bestattung im gewünschten Detaillierungsgrad.

Eminent wichtig ist, dass für den Todesfall ein Willensvollstrecker ernannt und dies handschriftlich festgehalten wird.

Ich vergass, oben zu vermerken, dass die Patientenverfügung und der Vorsorgeauftrag die Situation VOR dem Tod regeln.


Jean-Pierre Guenter

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Jean-Pierre Guenter

Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung 17 Jan 2018 07:01 #4

Danke Jean-Pierre für die Erinnerung.
Früher hiess es doch, dass man die Patientenverfügung immer wieder mal aktualisieren sollte. Das scheint nicht mehr nötig zu sein. Weiss jemand mehr dazu?
Meine P'verfügung hat bisher noch kein Arzt gesehen - ich hoffe, dass das keine Rolle spielt. Mir geht es eigentlich nur darum, dass meine Söhne meine Einstellung kennen. Sie sollen nicht eines Tages mit den Ärzten diskutieren müssen, wie es mir passiert ist.

Gruess us Winti - Inge

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Gruess us Winti - Inge
Letzte Änderung: von carmen.

Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung 17 Jan 2018 11:35 #5

  • jipégé
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  • Beiträge: 4836
Alle diese Papiere sollte man periodisch, z.B. alle 2-3 Jahre, nochmals datieren und unterschreiben. Damit wird ersichtlich, dass die ausgedrückte Meinung weiterhin gültig ist.
"Meine" Ärztin wird diese Papiere auch nie sehen, denn der Bezug zu ihr ist niemals vergleichbar mit dem früheren Begriff des "Hausarztes", mit dem man ein Leben lang Kontakt hatte.

Wir haben alle diese Papiere zuhause im Safe (Originale), zuhause im Büro in einem leicht auffindbaren Ordner (Kopie) und zudem in einem Couvert bei meiner Tochter (Kopie). Dazu kommt das Testament, dessen Original bei der Gemeinde deponiert ist. Die Patientenverfügung ist zudem via Exit online abrufbar.


Jean-Pierre Guenter

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Jean-Pierre Guenter

Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung 17 Jan 2018 15:04 #6

Wichtig wäre, dass jede und jeder im z.B. Portmonnaie eine kleine Karte bei sich trägt mit folgenden Angaben:
Im Notfall zu benachrichtigen:
Name, (EhepartnerIn/Kind/...), Handy-Nr.
Patientenverfügung hinterlegt bei.......

Bezüglich ärztlicher Behandlung im Notfall gelten bei Urteilsunfähigkeit Ehepartner und Kinder als Entscheidungsträger, sofern sie überzeugend mitteilen, dass sie die Wünsche der Patientin kennen. Aber viele in unserem Alter sind alleinstehend, die Kinder vielleicht nicht direkt erreichbar. Da ist es für die Ärzte schon wichtig zu wissen, dass überhaupt eine Patientenverfügung vorhanden ist.

...und viel mehr Blumen, solange es geht, nicht erst auf Gräbern, da blühn sie zu spät.

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...und viel mehr Blumen, solange es geht, nicht erst auf Gräbern, da blühn sie zu spät.

Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung 17 Jan 2018 17:29 #7

Dies ist eine einfach unkomlizierte Patientenverfügung. www.studer-law....r-patientenverfuegung.pdf
Den Vorsorgeauftrag machten wir beim Notar.

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Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung 10 Mär 2018 15:47 #8

Folgenden Text betreffend Vorsorgeauftrag habe ich letzthin gelesen:

"Was, wenn ich ohne Vorsorgeauftrag urteilsunfähig werde?"

Eheleute und eingetragene Partner

Wenn einer der beiden Partner urteilsunfähig wird, erhält der andere auch ohne Vorsorgeauftrag ein Vertretungsrecht für alltägliche Handlungen (vgl. ZGB, Art. 374ff). Dabei ist der zivilrechtliche Status, sowie die Wohn- und Lebenssituation ausschlaggebend.
Die beiden Partner müssen entweder im gleichen Haushalt wohnen oder sich "regelmässig und persönlich Beistand leisten".

Dieses gesetzliche Vertretungsrecht gilt für folgende Bereiche:

-- Alle üblichen Rechtshandlungen, z. B. Vertragsabschlüsse
-- Ordentliche Einkommens- und Vermögensverwaltung
-- Befugnis, die Post zu öffnen und zu erledigen

Aussergewöhnliche Rechtshandlungen, z.B. einen Liegenschaftsverkauf, muss der Partner mit Vertretungsrecht allerdings von der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) bewilligen lassen. Diese Massnahme dient dem Schutz der urteilsunfähigen Person; Die KESB bewilligt die Vertretungshandlung nur, wenn Interessenskonflikte ausgeschlossen werden können.

Übrigens stösst mir sauer auf, dass der Vorsorgeauftrag komplet von Hand geschrieben werden muss, andernfalls muss man denselben von einem Anwalt oder Notar beglaubigen lassen und das kostet einige hundert Franken.

Ich bin zB, nicht mehr in der Lage einen Vorsogeauftrag handschriftlich niederzuschreiben. (wieder einmal haben sich die Rechtsverdreher eine Einnahmequelle gesichert) Nebenbei ich wohne in einer Alterswohnung zusammen mit rund 50 anderen älteren Semester. Ich frage mich ernsthaft ob diese Mitbewohner überhaupt einen Vorsorgeauftrag kennen oder gar schon erledigt haben, ich vermute NEIN zu 85 %.

Thedy

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Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung 10 Mär 2018 16:44 #9

Dass ein Vorsorgeauftrag (genau so wie ein Testament) handschriftlich oder aber notariell beglaubigt aufgesetzt werden muss, macht nach meiner Meinung durchaus Sinn. Der Gesetzgeber (das sind wir alle, nicht die "Rechtsverdreher") haben das so gewollt. Das Betrugspotential ist im Umfeld alter Menschen (Enkeltricks etc.) hoch und die paar Hunderter sollten einen nicht reuen - Mitnehmen geht bekanntlich nicht

Und wer glaubt, dass mit einem Vorsorgeauftrag die KESB ausgetrickst/umgangen werden kann; der irrt. Diese wird von Gesetzes wegen in jedem Fall den VA prüfen, bewilligen und die entsprechende Urkunde ausstellen - oder eben auch nicht.

HJK (ohne Gewähr, kein Jurist)

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Letzte Änderung: von HJK.

Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung 10 Mär 2018 16:59 #10

Wir konnten unseren vorgedruckten Vorsorgeauftrag direkt bei der Gemeinde "beglaubigen" lassen. Nichts mit Handschriftlichem, ich weiss nicht wer dieses Gerücht in die Welt gesetzt hat.

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Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung 10 Mär 2018 17:03 #11

Kein Gerücht:
Entweder on Anfang bis Ende handschriftlich oder aber öffentlich zu beurkunden (ZGB Art. 361).

HJK

Art. 361
B. Errichtung und Widerruf

I. Errichtung

1 Der Vorsorgeauftrag ist eigenhändig zu errichten oder öffentlich zu beurkunden.

2 Der eigenhändige Vorsorgeauftrag ist von der auftraggebenden Person von Anfang bis Ende von Hand niederzuschreiben, zu datieren und zu unterzeichnen.

3 Das Zivilstandsamt trägt auf Antrag die Tatsache, dass eine Person einen Vorsorgeauftrag errichtet hat, und den Hinterlegungsort in die zentrale Datenbank ein. Der Bundesrat erlässt die nötigen Bestimmungen, namentlich über den Zugang zu den Daten.

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Letzte Änderung: von HJK.

Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung 10 Mär 2018 17:07 #12

o.k. HJK , wir haben die 2. Variante vorgezogen. Dass die KESB auch noch ein Mitspracherecht besitzt ist aber nicht so klar.

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Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung 10 Mär 2018 17:09 #13

Art. 363
1
Erfährt die Erwachsenenschutzbehörde, dass eine Person urteilsun-
fähig geworden ist, und ist ihr nicht bekannt, ob ein Vorsorgeauftrag
vorliegt, so erkundigt sie sich beim Zivilstandsamt.
2
Liegt ein Vorsorgeauftrag vor, so prüft die Erwachsenenschutz-
behörde, ob:
1. dieser gültig errichtet worden ist;
2. die Voraussetzungen für seine Wirksamkeit eingetreten sind;
3. die beauftragte Person für ihre Aufgaben geeignet ist; und
4. weitere Massnahmen des Erwachsenenschutzes erforderlich
sind.
3
Nimmt die beauftragte Person den Vorsorgeauftrag an, so weist die
Behörde sie auf ihre Pflichten nach den Bestimmungen des Obligatio-
nenrechts über den Auftrag hin und händigt ihr eine Urkunde aus, die
ihre Befugnisse wiedergibt.

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Letzte Änderung: von HJK.

Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung 10 Mär 2018 17:14 #14

Ich weiss übrigens nicht, ob eine einfache "Beglaubigung" auf der Gemeinde eine "öffentliche Beurkundung" darstellt. Das würde ja Einiges vereinfachen.
HJK

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Letzte Änderung: von HJK.

Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung 10 Mär 2018 17:43 #15

Natürlich haben wir vorher den Gemeindepräsi danach gefragt und dieser gab sein O.K., wenn nicht er, wer dann?

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