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THEMA: Die Reitschule in Bern - das unbekannte Wesen

Die Reitschule in Bern - das unbekannte Wesen 10 Mai 2018 11:47 #1

  • jipégé
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Peter der Fux, hatte, ein Tipp seiner Tochter, die Glanzidee, für den Bäre-Höck einen geführten Besuch der Reitschule zu organisieren. 43 Interessierte meldeten sich an!

Hier der Link auf den recht dürftigen Wiki-Artikel de.wikipedia.or...i/Kulturzentrum_Reithalle und auf die Website der Reitschule www.reitschule.ch/reitschule/

Ein Teil dieser Gruppe traf sich vorgängig zum Mittagessen im Restaurant „sous le pont“, draussen im Innenhof. Die fast übermässig scheinende Sonne erzeugte diverse ungewöhnliche Sonnenhüte. Die meisten Teilnehmer wagten sich bei der Essenswahl nicht allzu weit auf die Äste, aber einige wählten doch das vegane Menü und rätselten über den farbenfrohen Inhalt ihrer Teller, während sich andere auf ein bewährtes und bestimmt ebenso gesundes SchniPo stürzten.

Um 14 Uhr besammelten sich alle Teilnehmer, wurden von den Führungspersonen, in zwei Gruppen aufgeteilt, übernommen und los ging’s.

Unsere erste Etappe war die grosse Halle, die eigentliche Reitschule, von der Einwohnergemeinde Bern in den Jahren 1895 bis 1897 erbaut. Einige Spuren an den Wänden zeugen noch von dieser Zeit. Diese Halle war lange Zeit eine der grössten trägerlosen Hallen und funktionierte ähnlich der heutigen Reitschule in Wien.
In den Nebenräumen, die früher die Stallungen, die Kutschengarage und Werkstätten waren, befinden sich heute ein Kino und eine Schreinerei.
Nach Abstechern in der Druckerei, dem Info-Laden und dem Tojo-Theater gelangten wir, über hinter-den-Kulissen-Irrwegen und steilen Treppen, im oberen Stock in den Frauenraum und warfen einen Blick in den Fitnessraum Dojo (u.a. für das Training des Sicherheitsdiensts). Dann landeten wir im Dachstock, in dem mehrmals pro Woche Konzerte stattfinden, oft zu Uhrzeiten, an denen unsereins schon zufrieden schlummert und mit Musikstilen, die wir noch entdecken müssten.
Im Rössli, der Eingangs- und Durchgangs-Bar, endete die Führung. Diese vermittelte uns, von zwei sehr engagierten Personen (die fast unsere Enkel sein könnten), offene Aussagen und Bekenntnisse über ihre Ansichten und eine Menge an erstaunlichen Informationen zur Funktionsweise und Organisation dieser Kulturinstitution.

Für die allermeisten Teilnehmer war’s ein Augen-öffnendes und eindrückliches Erlebnis. Kaum einer hatte sich zuvor jemals in die Reithalle gewagt. Die Meinungen wurden in erster Linie aufgrund von Medienberichten gebildet, wobei die neutralsten Informationen aus den Abstimmungsunterlagen stammten, die in den letzten Jahren, ausgelöst von den diversen Initiativen der rechten Gegnern, gelesen wurden. Die Stimmenden der Stadt Bern haben aber bisher alle diese Abschaffungsversuche der SVP-Exponenten klar abgelehnt.

Ich hoffe, dass einige der Teilnehmer Echos von ihren Aha-Erlebnissen und auch einige Bilder hier veröffentlichen.
Wir planen, diesen Anlass irgendwann im Spätsommer/Herbst zu wiederholen, damit auch die Zögernden und Kritischen sich ein überraschendes Bild von dieser Institution machen können.


Jean-Pierre Guenter

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Jean-Pierre Guenter
Letzte Änderung: von jipégé.

Die Reitschule in Bern - das unbekannte Wesen 12 Mai 2018 13:46 #2

  • jipégé
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hier www.seniorbasel...t/294-besichtigungen#2105 der Beitrag zur Reitschule von Sonja auf SeniorBasel


Jean-Pierre Guenter

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Jean-Pierre Guenter

Die Reitschule in Bern - das unbekannte Wesen 12 Mai 2018 20:16 #3

Der Bäre-Höck besuchte am 9. Mai 2018 den «Schandfleck von Bern». Im «rechtsfreien Raum» der berüchtigten «Brutstätte für linksautonome Gewalt» durften wir Erstaunliches erfahren und entdecken.




Im Innenhof war der Tisch gedeckt

Ungefähr 26 von insgesamt 46 angemeldeten Bäre-Höckler fanden sich bereits zum Mittagessen im Reitschule-Restaurant «Sous le Pont» ein. Im sonnigen Innenhof war ein langer Tisch für uns reserviert. Leider litten nicht nur mein Bier, sondern auch etliche der Anwesenden unter der direkten Sonneneinstrahlung. Dank der freundlichen und speditiven Bedienung reichte es nach dem (preisgünstigen und schmackhaften) Essen auch noch für ein Dessert, einen Kaffee und rechtzeitiges Bezahlen damit die Führung pünktlich beginnen konnte.




In der Grossen Halle

Unsere Gruppe wurde zuerst in die grosse Halle geführt, wo wir näheres über die Struktur und die Organisation der Reitschule erfuhren. Die Interessensgemeinschaft Kulturraum Reitschule (IKuR), ein Verein, bildet das juristische Dach der Reitschule und fungiert als Verhandlungs- und Vertragspartner der Stadt Bern. der Vermieterin des Gebäudes.
Die grosse Halle selbst gehört eigentlich nicht zur Reitschule. Sie wird von einer eigenen Organisation, dem Verein Trägerschaft Grosse Halle, betrieben, in der die IKuR auch vertreten ist. In der grossen Halle werden verschiedenste Anlässe, von Konzerten über Theater, Filmvorführungen etc. angeboten. Tipp: immer am ersten Sonntag im Monat findet dort und auf dem Vorplatz ein grosser Flohmarkt statt.


Die Schreinerei

Anschliessend ging es auf Schleichpfaden ins Kino, wo Filmzyklen abseits der Holly- und Bollywood-Filmindustrie, aber auch Dokumentar- und Kinderfilme gezeigt werden. Das Programm wird jeweils im Kollektiv festgelegt. Das Reitschule-Kino war übrigens das letzte Raucherkino der Schweiz. Aber weil die Leinwand vergilbte, hat man dann auch hier das Rauchen verboten. Weiter ging’s in der Frauenraum, ins Dojo, einen Trainingsraum, in dem unter anderem die Sicherheitskräfte der Reitschule trainieren, in die Schreinerei, den Infoladen, die Druckerei, ins Tojo-Theater, das von Gruppen aus der ganzen Schweiz und auch aus dem Ausland bespielt wird und dann in das bestausgerüstete Konzertlokal von Bern, den Dachstock.


Das Theater


Hier werden Werbemittel, Plakate und auch Fremdaufträge gedruckt




Der Dachstock

Der Besuch endete im Rössli, einer Bar mit «niederschwelligem Musikangebot» und nach einem Blick in die moderne, mit reitschule-eigenen Mitteln finanzierte Küche für einige Unentwegte dann noch im Innenhof bei einem Bier und angeregten Gesprächen.
Die einzelnen Sparten des Betriebs (Theater, Restaurant, Druckerei etc.) werden durch basisdemokratische Kollektive betrieben und auch der Gesamtbetrieb ist basisdemokratisch organisiert. Das heisst, Beschlüsse werden in allen Bereichen gemeinsam und einstimmig gefasst. Dies macht, wie unsere Führerin einräumte, den Betrieb etwas schwerfällig und erfordert von allen Beteiligten Kompromissbereitschaft. Aber die Tatsache, dass die Reitschule seit 30 Jahren besteht, bestätigt doch, dass es auch so funktioniert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten teils ehrenamtlich, andere verdienen etwas, Sozialleistungen werden abgerechnet. Und da es keine Chefs gibt, verdient auch niemand mehr als der oder die andere.
Detaillierte Informationen zur Organisation sind auf der Info-Seite zu finden .
2017 feierte das autonome Kulturzentrum Reitschule in Bern sein 30jähriges Bestehen. Seine Anfänge gehen auf die Jugendunruhen der 80er-Jahre zurück. Die Geschichte der Reitschule und ein Reitschule-Lexikon, erstellt von der «Berner Zeitung» findet man auf der Reitschule-Webseite .
Aus dem Autonomen Jugendzentrum AJZ ist in den letzten dreissig Jahren eine Kulturinstitution geworden, in der längst nicht mehr nur Jugendliche etwas finden, das sie interessiert. Abgesehen von den meisten Konzerten, die auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten sein dürften, finden Film- und Theaterliebhaber im Reitschule-Programm bestimmt etwas, das sie interessieren wird.

Wenn im Zusammenhang mit der Reitschule von einem «rechtsfreien Raum» gesprochen und geschrieben wird, ist das insofern zutreffend, als dass das Manifest und die Grundsätze nach denen dort gelebt und gehandelt wird, nicht unbedingt den Zielsetzungen der politischen Rechten zugeordnet werden können. Als unsere Führerin ihre politische Einstellung ehrlich, knapp und klar darlegte, werden einige in unserer Gruppe vielleicht etwas leer geschluckt haben…
Tatsache ist aber, dass – auch auf Geheiss der Stadt Bern als Eigentümerin des Gebäudes – durchaus ein geregelter Betrieb herrscht. Alle für den Betrieb nötigen Bewilligungen müssen eingeholt werden, die Beiz untersteht der Lebensmittelkontrolle, es wird eine Buchhaltung geführt und der Stadt vorgelegt, ebenso wie die Liste der Veranstaltungen im Kulturbetrieb. Ausserdem sorgt ein hauseigenes Sicherheitsteam für die Sicherheit der Gäste und für Deeskalation bei Streitigkeiten.
Tatsache ist aber auch, dass im Umfeld der Reitschule oft unerfreuliche Dinge geschehen. So werden z.B in der Nähe Drogen gedealt und konsumiert, es gibt Übergriffe auf Polizeiautos und Polizisten und auf dem Vorplatz streiten und randalieren gelegentlich Betrunkene.
Für Politiker und Journalisten aus dem rechten Spektrum ist das natürlich ein gefundenes Fressen – für sie ist einfach die Reitschule der Grund allen Übels.
Ich behaupte, dass ein Verschwinden der Reitschule gerade von bestimmten Politikern sehr bedauert würde. Denn: womit sollen Sie sich dann beim Gros ihrer Wähler, den Reitschule-Gegnern, noch profilieren, um sich von ihnen ins städtische, kantonale und auch noch ins nationale Parlament wählen zu lassen?
Tatsache ist, dass ich den Gesprächen nach der Führung und einigen Mails entnehmen konnte, dass der Besuch in der Reitschule bei etlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern das Bild, das sie aus der Presse und vom Hörensagen hatten, in positiver Weise korrigiert hat.

Gruss, Peter

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Gruss, Peter
Letzte Änderung: von Peter.

Die Reitschule in Bern - das unbekannte Wesen 12 Mai 2018 20:57 #4

Danke für diese beiden informativen und motivierenden Berichte. Ich hoffe, einer Wiederholung dabei sein zu dürfen. Fürmich ist allerdings bei beiden Berichten der tendenziöse Unterton unverständlich. Wer denken und lesen kann, hat doch längst begriffen, dass die journalistischen und politischen Attacken nicht der Kulturinstitution gelten, sondern den chaotischen und gewalttätigen Aktionen im Umfeld der Reitschule. Viellleicht sollte man sich klar werden, dass diese Aktionen für die sicher wertvolle Arbeit der Kulturinstitution genauso hinderlich und widerlich sind, wie für die Verantwortlichen für Sicherheit der Bürger in der Stadt.

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Die Reitschule in Bern - das unbekannte Wesen 13 Mai 2018 00:05 #5

  • jipégé
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Dein Wort in die SVP-Ohren !


Jean-Pierre Guenter

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Jean-Pierre Guenter

Die Reitschule in Bern - das unbekannte Wesen 13 Mai 2018 00:13 #6

Andreas schrieb: Wer denken und lesen kann, hat doch längst begriffen, dass die journalistischen und politischen Attacken nicht der Kulturinstitution gelten, sondern den chaotischen und gewalttätigen Aktionen im Umfeld der Reitschule.


Willst Du allen Ernstes behaupten, dass die zum Glück als ungültig erklärte Initiative einer Dir wohlbekannten Partei, der Stadt Bern die Mittel zu kürzen, wenn sie die Reitschule weiterhin unterstützt und das von der gleichen Partei lancierte Referendum gegen den dringend benötigten Kredit für Renovations- und Sanierungsarbeiten am Reitschul-Gebäude sich nicht gegen die Kulturinstitution, sondern nur gegen die Dealer und Chaoten aus deren Umfeld richten?
Leider kann ich nicht abstimmen, da ich in einer Agglo-Gemeinde wohne. Aber meine Töchter werden es bestimmt tun, und dass die denken und lesen können, weiss ich.

Gruss, Peter

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Gruss, Peter

Die Reitschule in Bern - das unbekannte Wesen 13 Mai 2018 00:13 #7

Ooh!!! Reto Nause SVP???, Hansjörg Käser SVP???, Ja Erich Hess schon, der wurde aber nicht ernst genommen beim Grossrat und auch in der Stadt wirbelt er mehr Staub auf als er Bodenbeläge pflastert.

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Die Reitschule in Bern - das unbekannte Wesen 13 Mai 2018 09:59 #8

  • jipégé
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Initiative gegen Reitschule von Erich Hess (SVP) ist ungültig
www.nau.ch/poli...svp-ist-ungultig-65325056

Dass eine Partei annimmt, dass ihr prominenter Lastwagenfahrer Erich Hess die Rollen als National-, Gross- und Stadtrat irgendwie ernsthaft ausfüllen kann, erstaunt.


Jean-Pierre Guenter

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Jean-Pierre Guenter

Die Reitschule in Bern - das unbekannte Wesen 13 Mai 2018 12:15 #9

Das stimmt genau. Erich Hess war übrigens genau so erstaunt, als erstmals in ein Parlament gewählt wurde.

Es hat auch erstaunt, dass ein freiheitsliebendes Volk, wie die Amerikaner, einen Wendehals, wie Donald Trump wählen. Auch sie nehmen ihn ernst, erstaunlich, erstaunlich.

Aber nur für Menschen, die der Illusion erliegen, dass sich die Menschen einmal ändern könnten, deren Charaktereigenschaften seit bald 100 Tasusend Jahren so sind, wie heute.

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