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19.09.2016 -- Bernhard Schindler / wv

Zwei Aargauer lasen in Adelboden

Hans-Dieter Fretz und Bernhard Schindler lasen aus ihren Erstlingen im Restaurant Aebi.


Anlässlich mehrerer gelungener Animationstage zum Schluss der Sommersaison in Adelboden, an der mehrere Restaurants teilnahmen, fand am Sonntag, 18. September eine Autorenlesung im Restaurant Aebi statt, für die wir auch hier im Seniorbern geworben haben.

Zunächst herzlichen Dank allen, die trotz schlechten Wetters wenigstens erwogen haben, das Chalet-Restaurant Aebi in Adelboden zu besuchen. Wir entschuldigen uns bei allen, die keinen Platz gefunden oder sich im Nebel verfahren haben. Ihnen zum Trost:

Eine ähnliche Veranstaltung findet am 1. Dezember 2016 in den Stollen des Bücherbergwerks an der Monbijoustrasse in Bern statt unter dem Titel

«Soirée Culitéraire»

 Ab 19 Uhr werden dann vier Aargauer Autorinnen und Autoren, so Sandra Plaar aus Oftringen, Hans-Dieter Fretz aus Reitnau, Angela Suter aus Sins und Bernhard Schindler aus Kölliken aus ihren neuesten Büchern lesen. Dazwischen erlaben wir uns an Häppchen und Süppchen, welche die AutorInnen selber zubereitet haben.

siehe http://seniorbern.ch/index.php/forum/freizeit/1925-soiree-culitteraire

 

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Bernhard Schindler (l.), Hans-Dieter Fretz.

 

Schindler-Fretz-2-zvgDank vom Adelbodner Kurdirektor Urs Pfenninger

Am Sonntag las Hans-Dieter Fretz vor spärlichem, dafür umso erleseneren Publikum aus seinem Erstlingsroman «Hüehne von Wolletz», einer deutsch-schweizerichen Familiengeschichte, die sich über das ganze 20. Jahrhundert hinzieht. Das Familienoberhaupt, der Freiherr Hüehne von Wolletz, lebt auf einem Schlösschen aus den 19. Jahrhundert nahe beim Thunersee. Aus dem geruhsamen Rentnerdasein des Patriarchen wird nichts; die Kinder werden in die Strudel des Ersten und Zweiten Weltkriegs hineingezogen. Erst nach der Wiedervereinigung kommen die deutschen Nachkommen erstmals als Erwachsene in das Land ihres Grossvaters, wobei sie sich auch beim Wirt des Chalet-Restaurants Aebi in Adelboden verköstigen (der ist ein Schwiegersohn vom Autor, Hans-Dieter Fretz.)

Bild: Hans-Dieter Fretz

Den zweiten Teil der Vorlesung bestritt Bernhard Schindler, der aus seinem Buch «Die verflixten Früchte vom Baum der Erkenntnis» vorlas, das ohne Missionsauftrag eine Art Credo des gläubigen Agnostikers beinhaltet. In einer Fortsetzung, «Das Tagebuch der Eva» beschreibt er die Schöpfungsgeschichte des Adam nun aus der Sicht der Eva, die in ihren Tagebüchern auch von ihren Karriereerfolgen als Krankenschwester und sozusagen als Vorläuferin der Mutter Theresa in Alexandria, ihren Erfolgen in der im römischen Reich aufblühenden Gastronomie, wo sie nahe beim Leuchtturm von Alexandria «Pharos», dem 7. Weltwunder, ein Szenelokal betreibt, das auch vom berühmten Gastrokritiker Gallus Miau aufgesucht wird. Gallus Miau kann sich hier aber nicht wie bei den Römern üblich auf einem Ruhebett verköstigen, sondern wird mit Frau und Kind an ein Dreier-Tischchen gesetzt, was den konservativen Lebemann ziemlich erschüttert.

Alle drei hier erwähnten Bücher sind unterdessen in Buchhandlungen erhältlich.

Verkehrsdirektor Urs Pfenninger, welcher die Aktionstage organisiert hatte, dankte den Wirtsleuten und den Autoren für einen unbeschwerten Vorlese-Nachmittag, bei dem es auch etwas etwas zu haberen gab.

Wie gesagt, wer’s verpasst hat, kann die Lesung am 1. Dezember im Bücherbergwerk in Bern nachholen.

 

Bilder: von Urs Pfenninger zVg.